Die Telekommunikationsindustrie befindet sich im Umbruch!

Lothar Dahler
Senior Sales Manager und Global Account Manager
Gigaset Communications GmbH

Der berufliche Einstieg von Lothar Dahler startete mit zunächst einer Ausbildung zum Industriekaufmann bei Siemens in Stuttgart. Danach bekleidete er verschiedene Vertriebspositionen im Siemens-Konzern, zuletzt als Kaufmännischer Vertriebsleiter im Bereich Büroautomatisierung und Vernetzungssysteme. Als nächster Schritt erfolgte ein Wechsel ins Stammhaus nach München von wo aus er verschiedene internationale Projekte und Themen als Vertriebsexperte bei Siemens Nixdorf betreute. Derzeit liegt sein Schwerpunkt im Bereich Information- und Telekommunikation zunächst als Sales Director EMEA Deutsche Telekom sowie diversen Business und Service Provider Channels und aktuell als Senior Sales- / Global Account Manager bei Gigaset. 

BdVM: Welche besonderen Herausforderungen haben Sie als Sales Manager und Key-Account Manager bei Gigaset Communications?
Dahler: Die Telekommunikationsindustrie, insbesondere das Festnetzgeschäft, befindet sich im Umbruch. Maßgeblich an diesem Umbruch beteiligt ist die Deutsche Telekom, die bis Ende 2018 die heute analogen sowie ISDN-Leitungen auf IP-Technologie umstellen wird. Dies hat zwangsläufig auch einen Einfluss auf unseren Kernmarkt in Deutschland. Endgeräte werden zukünftig direkt am Router angeschlossen. Zudem stehen neuen IoT-Technologien wie Smart Home bereit um nun Fuß zu fassen. Die neuen IP-basierten Datenleitungen sowie die insgesamt zunehmende Vernetzung mit Hochleistungsleitungen tragen hier als Katalysator positiv zum Umbruch im TK-Umfeld bei.

Die besondere Herausforderung besteht sicherlich darin aufgrund des steigenden Mobilfunkabsatzes, sowohl unsere Position als Marktführer bei Festnetzendgeräten in Deutschland als auch den Festnetzendgerätemarkt insgesamt durch attraktive Endgeräte und Lösungen zu stabilisieren, und im Vertrieb sicherlich noch weitere Kunden – auch in unseren Wachstumsbereichen Smart Home und Enterprise Communications – hinzuzugewinnen.

BdVM: Welche Branche hätte Sie angesprochen, wenn Sie nicht Vertriebler im telekommunikativen Bereich geworden wären?
Dahler: Insgesamt der Automobilsektor – am liebsten beim Hersteller mit Stern. Als Stuttgarter liegt einem das ja quasi im Blut.

BdVM: Wo sehen Sie die Telekommunikationsbranche in fünf Jahren.
Dahler: Durch die Kosteneinsparungen der Operator, aufgrund der oben erwähnten All-IP Umstellung wird Festnetztelefonie in Zukunft günstiger werden als heute. Das Mobilfunk- und Enterprise-Geschäft wird weiter wachsen, während im privaten Festnetzgeschäft eine Konsolidierung zu erwarten ist. Nichtsdestotrotz wird es auch weiterhin einen Bedarf an attraktiven und qualitativ hochwertigen Festnetzendgeräten und -lösungen geben, denn eines steht fest: telefoniert wird immer, sei es Zuhause oder im Büro.

BdVM: Auf welche Skills legen Sie bei Ihren Mitarbeitern besonders viel Wert?
Dahler: Initiative, Offenheit, Loyalität und einen Blick für das Gesamtinteresse des Unternehmens, das man gerade als Vertriebsmitarbeiter zugunsten kurzfristiger Erfolge niemals aus dem Auge verlieren darf.

BdVM: Welche Entscheidung hat Ihre Karriere nachhaltig beeinflusst?
Dahler: Die Entscheidung 1996 aus der damaligen Siemens-Nixdorf Vertriebsregion Südwest in die Zentrale nach München zu wechseln, damals noch im kaufmännischen Bereich. Im weiteren Verlauf dann sicherlich den Wechsel in eine direkte Vertriebsverantwortung für den damals größten Siemens Telekommunikations-Kunden – die Deutsche Telekom.

BdVM: Treffen Sie wichtige berufliche Entscheidungen eher aus dem Kopf oder aus dem Bauch heraus?
Dahler: Es gibt sicherlich klare Kopfentscheidungen, die es zu treffen gilt. Wann immer eine Situation aber unklar scheint, entscheide ich mittlerweile eher bauchorientiert, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass Bauchentscheidungen am Ende die besseren Entscheidungen sind.

BdVM: Welches ausgefallene Hobby haben Sie?
Dahler: Am ausgefallensten vielleicht noch Yoga, obwohl die Verbreitung bei Männern mittlerweile auch schon zugenommen hat.

BdVM: Zusatzfrage: Wieso haben Sie sich für den BdVM entschieden?
Dahler: Aufgrund der Möglichkeit zum breiten branchenübergreifenden Austausch mit anderen Experten über jede nur denkbare vertriebliche Fragestellung.

Die Fragen stellte Robert Pietsch, Leiter der Geschäftsstelle des Bundesverband der Vertriebsmanager.