Die Messebeteiligung ermöglicht es den Ausstellern vis-à-vis mit dem Kunden.

Thorsten Kollmeier
Leitung Vertrieb/Director New Business
WUM Design GmbH & Co. KG

Thorsten Kollmeier studierte an der FH Aachen und absolvierte dort seinen Abschluss als Dipl. Designer. Von 1993 bis 2009 war Her Kollmeier Geschäftsführer der silentpartners messe-concept GmBH. Seit 2009 leitet er den Vertrieb der WUM Design GmbH & Co. KG.

BdVM: Was sind Ihre besonderen Herausforderungen als Leitung Vertrieb bei WUM Design?
Kollmeier: In dieser Branche gibt es mehrere Herausforderungen:
a) Schnelligkeit: Du musst in der Lage sein, schnell auf Kundenwünsche zu reagieren. Das Kundengespräch vis-à-vis oder am Telefon ist der erste Aufschlag, es muss Vertrauen schaffen, die Chemie muss stimmen. Oft entstehen die ersten Scribbles und Visualisierungen zum künftigen Projekt mit dem Kunden am Tisch. Diese ersten Ideen werden durch die Kollegen in maßhaltige CAD-Zeichnungen umgesetzt und gerendert - und dabei gilt es die Kosten nicht aus dem Blick zu verlieren.
b) Veränderung: Den Kunden als auch die eigenen Kollegen auf eine Reise mitzunehmen, die oft für sie unbekanntes Terrain darstellt. Es gilt alle Beteiligten davon zu überzeugen, dass der vorgeschlagene Weg der richtige ist und das dieser Weg die vielfältigen Kundenwünsche berücksichtigt, die technischen Herausforderungen zu meistern sind, die medialen Möglichkeiten den gewünschten Erfolg versprechen und die Kosten des vorgeschlagenen Projektes sich über den Erfolg und die Laufzeit rechtfertigen lassen.
c) Vielfältigkeit: Die in der heutigen Zeit zahlreich verfügbaren Möglichkeiten und medialen Einflüsse auf den Menschen und das Unternehmen, in Einklang mit seinen Wünschen und seiner Branche, zu bringen, im wahrsten Sinne zu orchestrieren. Missklänge bemerkt jeder sofort und werden selten überhört.

BdVM: Wenn Sie nicht in der Messe-Branche arbeiten würden, welche Branche würde Sie interessieren?
Kollmeier: Es war für mich schon immer spannend neue Herausforderungen anzunehmen. Ich reise gerne und viel und wäre sicherlich die zweite Option gewesen. Diese Leidenschaft spiegelt sich auch in meinem Beruf wider, in dem ich viele interessante Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund, Sitten und Gebräuche, andere Länder kennenlernen kann. Diese Erfahrungen fließen in mein tägliches Leben und meine Arbeit im Vertrieb als auch in die des Designers ein.

BdVM: Wo sehen Sie Ihre Branche in fünf Jahren?
Kollmeier: Nach wie vor wird auch in fünf Jahren der Messebau nicht tot sein. Die Messebeteiligung ermöglicht es den Ausstellern vis-à-vis mit dem Kunden, Besuchern und Freunden erste Kontakte aufzugreifen, bestehende Kontakte zu vertiefen oder neue Beziehungen zu anderen Geschäftspartnern aufzubauen. Messen werden auch in fünf Jahren ein großes begehbares Branchenbuch sein. 
Aber die Einflüsse moderner Medien, des Social Media, die Omnipräsenz von Informationen werden sich bemerkbar machen. Die Aussteller hecheln nicht mehr nur den großen Messen hinterher und sind seit Längerem auch auf kleineren Veranstaltungen vertreten. Der Markt fragmentiert und die anspruchsvolle Herausforderung für Aussteller wird sein, den richtigen Kanal und die richtige Veranstaltung für sich zu finden und sich dort richtig aufzustellen. Hier ist WUM Design als Lösungsanbieter über den `normalen´ Messebau hinaus schlüssig aufgestellt. Wir unterstützen im Rahmen der WUM Gruppe unsere Kunden auch bei den Themen Social Media und Omnichannel-Aktivitäten.

BdVM: Welche Entscheidung hat Ihre Karriere nachhaltig beeinflusst?
Kollmeier: Abgesehen davon, dass ich meiner Frau vor 25 Jahren das Jawort gegeben habe, eine bisher unumstößliche Entscheidung, gibt in meinen Augen nicht DIE Entscheidung. Viele kleine und große Bausteine haben mich an den Punkt geführt, an dem ich heute stehe. Mal war der Weg steiniger ein anderes Mal glatt dafür hügelig. 
Aber wenn es die eine Entscheidung sein soll, dann bestimmt die, mich 1993 in der Messebau-Branche selbstständig zu machen, um 2009 zu WUM Design zu wechseln. 

BdVM: Auf welche Eigenschaften/Qualifikationen legen Sie bei Ihren (künftigen) Mitarbeitern besonderen Wert?
Kollmeier: Zwischenmenschliche, interkulturelle Fähigkeiten, ein hohes Maß an Flexibilität und Resilienz. Es gehört im Vertrieb dazu sich intern mit dem Team sowie extern mit dem Kunden auch mal eine blutige Nase zu holen, hinzufallen. Daraus musst du lernen, du musst lächeln, aufstehen und weitermachen. Darüber hinaus sind es Neugierde und Beharrlichkeit. Der Rest kommt von alleine.

BdVM: Was ist Ihre größte Schwäche?
Kollmeier: Die Fähigkeit zu erkennen, dass nicht jeder in meinem Rhythmus, läuft ist sicherlich ausbaufähig.

BdVM: Für was sind Sie besonders leicht zu begeistern?
Kollmeier: Flexibilität auf allen Ebenen. Ich genieße die Fähigkeit und die Freiheit des Menschen, um die Ecke zu denken und eventuell neue Wege zu gehen. 

Die Fragen stellte Robert Pietsch, Leiter der Geschäftsstelle des Bundesverband der Vertriebsmanager.